Gefährdung der Binnendünen als Schmetterlingsbiotop


Der besondere Wert der Heiden und Binnendünen ist lange nicht erkannt worden. Während früher die landwirtschaftlichen Betriebe die Entwicklung von Heiden und Binnendünen durch die regelmäßige Entnahme von Streugut für den Stall förderten, ist diese Beziehung heute vielfach problematisch.

Weite Teile der aus landwirtschaftlicher Sicht nutzlosen Heiden sind in Ackerland umgewandelt oder einfach überbaut worden. Durch das Einwehen von Dünger und Feinerde aus benachbarten Wirtschaftsflächen wird die konkurrenzschwache Heide (Calluna vulgaris) von Birken und Gräsern, besonders der Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa) zunehmend verdrängt.

Für die Schmetterlinge bedeutsam ist, daß dieser Nährstoffeintrag zur Verminderung der Konkurrenzfähigkeit einiger extrem oligotropher Raupenfutterpflanzen und damit sekundär auch der daran gebundenen Falterarten führt. Wertvolle Lebensräume für viele Schmetterlingsarten werden dadurch verringert oder gehen ganz verloren.

Da die Binnendünen durch den Sandboden ein wärmeres Kleinklima als die Umgebung besitzen, finden besonders wärmeliebende Schmetterlingsarten hier ausreichende Lebensbedingungen. Entsprechend der Einzigartigkeit und der geringen Flächengröße dieses Biotops sind wärmeliebende Falterpopulationen bereits bei verhältnismäßig kleinräumiger Einengung und ungünstiger Veränderung ihrer Lebensstätten bedroht. Folglich stellen die bis dicht an die Sorgwohlder Binnendünen grenzenden Nutzflächen heute die Hauptgefahren dar.