Krötenwanderung in Owschlag

Während der Frühjahrswanderung der Amphibien zu den Laichplätzen wird es wieder besonders augenfällig: der Straßenverkehr fordert Jahr für Jahr zigtausend Kleintierleben.

Besonders auch die Lebensraum-Zerschneidung durch Straßen haben vielerorts zum Erlöschen ganzer Populationen geführt.
Das ökologische Gleichgewicht kippt: in Schleswig-Holstein stehen zwei Drittel aller Amphibienarten und 62 % aller wildlebenden Säugetierarten auf der Roten Liste, sind also bereits ausgestorben oder in ihrem Bestand gefährdet.

Außerdem reagieren Frösche, Kröten und Molche besonders sensibel auf Veränderungen ihrer Lebensbedingungen. Ihre feuchte, drüsenreiche Körperoberfläche ermöglicht den Amphibien zwar die Atmung durch die Haut. Im Vergleich mit anderen Wirbeltieren erhöht die poröse Hülle aber auch die Empfindlichkeit der Lurche gegenüber chemischen Einwirkungen. Einige Wissenschaftler sehen deshalb in den Lurchen wertvolle Indikatoren für eine sich wandelnde Umwelt, wobei die Zerstörung der Lebensräume und Gewässerverunreinigungen neben den Auswirkungen des Straßenverkehrs als die wichtigsten Ursachen für den globalen Rückgang der Amphibienbestände gelten.

Der BUND versucht seit 1988 den Amphibienbestand (Bestandsaufnahme von 1988 bis 1999)durch jährlichen Aufbau eines "Krötenzaunes" an der Gemeindestraße nach Alt Duvenstedt zu erhalten. Neben dem Auf- und Abbau des ca. 700 Meter langen Zaunes und dem Eingraben der zahlreichen Eimer muß die Anlage von März bis April jeden Morgen kontrolliert und die vorgefundenen Amphibien über die Straße zu ihrem Laichgewässer getragen werden.

Laut Beschluß des Kreises Rendsburg-Eckernförde vom 3. März 1992 soll die Straße neu überplant werden und mit einer fest installierten Amphibienleitanlage versehen werden. Neben den Amphibien werden dadurch auch andere Kleinsäuger entlang der Leitanlage zu einem Tunnel gelenkt, durch den sie ungefährdet die andere Straßenseite erreichen können. Leider müssen sich alle BUND-Mitglieder und freiwilligen Helfer noch etwas gedulden und weiterhin diese aufwendige Arbeit durchführen, da die Mühlen der Bürokratie in Zeiten der Geldknappheit langsam mahlen.

 Erfassungsjahr

 Anzahl Kröten

Anzahl Frösche

 Anzahl Molche

Gesamtzahl Amphibien
 1988  520  470  12  1002
 1989  700  630  17  1347
 1990  614  217  7  838
 1991  672  211  14  897
 1992  598  136  4  738
 1993        
 1994  806  152  14  972
 1995  1200  149  11  1360
 1996  756  234  9  999
 1997  683  216  8  907
 1998  876  353  6  873
 1999  925  205  8  1138